Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am 11. September werden der Rat der Stadt Duderstadt und die Ortsräte neu gewählt. Wir Grüne wollen bei der Wahl folgende Ziele erreichen:
- im Rat der Stadt Duderstadt als mehrköpfige Fraktion vertreten sein.
- ebenso in möglichst vielen Ortsräten
- die CDU Mehrheit im Ortsrat Duderstadt beenden, denn
wir wollen den ersten "Ortsbürgermeister ohne CDU Parteibuch" wählen.
Die CDU ist in Duderstadt seit 62 Jahren an der Macht.
Dies ist nicht gut für eine Demokratie und führt zu starren Strukturen und Verfilzungen.
Der Versuch einen CDU-Mann als Geschäftsführer der Eichsfelder Wirtschafts-Betriebe (EWB) ohne öffentliche Ausschreibung unterzubringen, ist hierfür ein Beispiel.
Stadträte und Ortsräte brauchen wechselnde Mehrheiten und eine starke Kontrolle durch die Bürgerinnen und Bürger.
Auf den kommenden Seiten finden Sie unsere Vorstellungen für eine bessere Kommunalpolitik in Duderstadt.
Es sind Ideen, die wir mit Ihnen als Bürger zusammen diskutieren und dann auch umsetzen werden, denn alle Bürger sollen Ihr Lebensumfeld mitgestalten. Aus Betroffenen sollen Beteiligte werden und ihre Fähigkeiten und Kenntnisse zum Wohle aller genutzt werden.
Über Kritik, Anmerkungen und Ergänzungen freuen wir uns.
Bündnis 90/Die Grünen Duderstadt
Energie
Der Rat der Stadt Duderstadt hat auf Initiative der Grünen beschlossen, dass bis zum Jahr 2025 der gesamte Strom aus regenerativen Quellen gewonnen werden soll.
Für uns bedeutet dies, dass bis zum Jahr 2025 ausreichend Strom aus Windkraft, Biomasse, Wasserkraft und Kraft-Wärme-Koppelung (Blockheizkraftwerke) lokal in Duderstadt produziert werden muss.
Durch folgende Voraussetzungen ist das erreichbar:
- Die Stadt Duderstadt weist Flächen für Windkrafträder aus.
- Gründung einer Windkraftgesellschaft von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Duderstadt, die neue Windräder betreibt.
- Der Bau von Solaranlagen muss auch in der Kernstadt auf den Fachwerkhäusern ermöglicht werden..
Wenn die Energiewende auch lokal stattfinden soll, muss öffentlicher Druck auf lokale Energieversorger ausgeübt werden.
Deshalb muss die Stadt Duderstadt die Mehrheit der Anteile an den Eichsfelder Wirtschafts- betrieben (EWB) beibehalten.
Von diesem Energieversorger erwarten wir, dass er sich aktiv in den Prozess der Energiewende einbringt.
Die EWB sind auch als Betreiber des Hallen-, und Freibades wichtig für die Bürger. Die Aufrechterhaltung des Hallen- und Freibades ist für die hiesige Bevölkerung von hoher Bedeutung. Es ist somit notwendig, dass beide Einrichtungen erhalten bleiben und weiterentwickelt werden.
Bauen
Auch in der Stadt Duderstadt merkt man die Auswirkungen des demographischen Wandels.
Mehr ältere Mitbürger und weniger Kinder und Jugendliche prägen in Zukunft das Bild unserer Stadt.
Unser Ziel ist es, attraktive Lebens- und Wohnverhältnisse in den Innenstadtquartieren und den Ortskernen zu erhalten und zu verbessern.
Der Denkmalschutz muss sich dabei an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren.
Deshalb gilt:
- keine neuen kostenintensiven Baugebiete ausweisen, stattdessen Baulücken nutzen.
- Förderprogramme der Stadt Duderstadt für eine Altstadt- und Ortkernsanierung
ersetzen weitestgehend den künftigen Eigenheimbau auf der grünen Wiese.
- bei grundsätzlichen Konflikten mit der Denkmalpflege sind die betroffenen Bürger angemessen mit einzubeziehen.
Stadtgrün
Das Stadtgrün ist für die Bewohner der Stadt Duderstadt und ihrer Gäste ein Teil der Lebensqualität.
Zu Lösung von Konflikten, die im Zusammenhang mit dem Fällen älterer Bäume entstehen, sind fachkundige Bürgerinnen und Bürger (Forst, Naturschutz, Sicherheit) vor einer Entscheidung zu hören.
Die Brenntage in den Ortsteilen müssen, wie schon in der Kernstadt, abgeschafft werden.
Weder Teistungen, noch das Eichsfeld brauchen einen zusätzlichen Golfplatz in Teistungen. Dem geplanten Golfplatz soll wertvoller Duderstädter Stadtwald auf dem Lindenberg geopfert werden. In der Region gibt es bereits ausreichend Golfplätze. Wir sollten als Stadt Duderstadt und Landkreis Göttingen den Bau des Golfplatzes verhindern.
Die Weiterentwicklung des bestehenden Duderstädter Stadtparks (LNS) wollen wir vorantreiben.
Verkehr
Den Einwohnern der Stadt Duderstadt wird versprochen, dass es in absehbarer Zeit eine Umgehungsstraße um Westerode (Abschnitt II) und Duderstadt / Gerblingerode (Abschnitt III) geben wird. Der Bereich um Gerblingerode bedeutet den Bau eines ca. 500 Meter langen Tunnels durch den Pferdeberg. Bei dem Bau der Umgehungsstraße um Duderstadt von Obernfeld bis Gerblingerode handelt es sich um eine Baumaßnahme, die Kosten von ca. 40 Millionen Euro verursachen wird. Dieses Geld ist für den Straßenneubau des Bundes nachweislich nicht vorhanden. Das Geld wird vordringlich zum Erhalt des bisherigen Straßennetzes benötigt.
Die Umgehung von Westerode ist schnellstmöglich zu bauen. Darum lehnen wir eine Verknüpfung mit der Tunnelvariante ab.
Wir sind für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Fußgängerzone.
Der jetzige Zustand der Fußgängerzone (FuZo) besteht aus einer breiten "Fahrbahn" und relativ schmalen "Bürgersteigen".
Dadurch lädt die FuZo nicht zur Benutzung ihrer vollen Breite ein.
Die Aufenthaltsqualität ist zu verbessern
Hierzu gehören:
- Reduzierung des individuellen Pkw Verkehrs auf das notwendige Minimum.
- Polleranlagen (flexibel Sperren) vor dem Rathaus zur Verkehrslenkung.
- Umgestaltung des "Fahrbahnbereiches" zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.
Wir möchten, dass mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel benutzen können. Durch ein Stadtbussystem mit kleinen Bussen, welche die Wohnbereiche der Stadt Duderstadt mit der Innenstadt und die Ortsteile mit der Stadt verbindet, ist das sicherzustellen. Diese Stadtbusse fahren auch Haltestellen in der Fußgängerzone an.
Das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel wird eine immer größere Bedeutung bekommen. Wir müssen das Radfahren für die Bürgerinnen, Bürger und Gäste der Stadt Duderstadt attraktiver gestalten. Das Radwegenetz muss verbessert werden. Hierbei geht es neben der Verkehrssicherheit der Radfahrer/innen auch um die Ausweitung des Radwegenetzes.
Zum Beispiel
- alle Ortsteile müssen untereinander und mit der Kernstadt durch Radwege verbunden werden.
- auf dem breiten Duderstädter Ring müssen in beiden Fahrrichtungen farbig markierte Radstreifen abgeteilt werden.
- Gemeindeverbindungswege sollten verstärkt an festgelegten Tagen vom Kfz Verkehr freigehalten werden. Dadurch werden mehr Freizeitaktivitäten, vor allem für Familien und Sportler ermöglicht.
Kultur
Das Gebäude des Heimatmuseums muss einer sinnvollen Nutzung z.B. als Künstlerhaus Duderstadt für die Bürgerinnen und Bürger zugeführt werden. (Atelierflächen für Kunstschaffende, Musik-Proberäume, etc). Dazu bietet sich die Gründung einer Kulturstiftung an, die gleichzeitig die Förderung der Kulturaktivitäten der Stadt Duderstadt bündeln kann.
Schule
In der Schule der Zukunft sind längeres gemeinsames Lernen und die individuelle Förderung jedes Kindes entsprechend den persönlichen Stärken und Schwächen oberstes Ziel. Hierbei sind Bekenntnisschulen entbehrlich.
Wir fordern:
- Schaffung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in öffentlicher Trägerschaft unter Einbeziehung der Astrid-Lindgren-Schule, Heinz-Sielmann-Realschule und dem Eichsfeld-Gymnasium in dem Gebäude " Auf der Klappe".
- Statt der gegenwärtigen Nachmittagsbetreuung fordern wir ein schulisches Ganztagsangebot an den Duderstädter Schulen.
- Die Berufsschule BBS muss als wichtiger Faktor für das schulische Bildungsangebot in unserer Stadt erhalten bleiben und gestärkt werden.
- Wir wollen auch erreichen, dass behinderte Kinder in das allgemeine Schulsystem integriert werden, indem die Umsetzung des Landtagsbeschlusses gewährleistet wird.
Ortsräte
Wir möchten aus den Ortsräten lokale Bürgerforen machen.
Die derzeitige Arbeit der Orträte als ein starres Ratsgremium erscheint uns nicht mehr zeitgemäß und sinnvoll, zudem ineffektiv und arbeitsaufwendig.
An den Diskussionen in den neuen "Ortsräten" sollen sich die Einwohner des Ortsteiles beteiligen können. Beschlüsse müssen sich auf der Tagesordnung des Rates der Stadt Duderstadt oder der Ausschüsse wiederfinden.
Finanzen und Verwaltung
Die Stadt Duderstadt ist in einer desolaten finanziellen Lage. Der Kaptaldienst das sind die Zinsen und die Tilgung beläuft sich in diesem Jahr auf 1,8 Millionen Euro.
Dies muss offen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Duderstadt diskutiert werden. Zukünftig muss der Haushaltsplan transparent gemacht und im Dialog mit interessierten und fachkundigen Bürgerinnen und Bürger besprochen werden.
Derzeit gibt es in den Ortsteilen noch Verwaltungsstellen. Die Verwaltungsstellen sind 1973 im Rahmen der Zusammenlegung der Stadt Duderstadt geschaffen worden. Heute werden diese Dienstleitungen schneller und bürgerfreundlich in dem Bürgerbüro im Stadthaus erbracht.
Beispiel: Ein Bürgerservicebus bringt die angeforderten Unterlagen zu den Bürgern, die nicht selbst in die Stadt können, in die jeweiligen Ortsteile..
Wir sind, auch aus Kostengründen, für die Zusammenfassung von Verwaltungsstellen im Duderstädter Bürgerbüro.